MUSIKTHERAPIE UND DEMENZ

„Wenn ich mit dir singe, hab ich keine Demenz mehr!“

Musiktherapie kann bei Demenz vielfältig eingesetzt werden. Einen Teil nimmt das Singen von alten (Volks-)Liedern ein. Die musikalischen Aktivitäten in Form von Singen der Generationen, die momentan am meisten von Demenz betroffen sind, nahmen damals einen viel größeren Teil in deren Kindheit und Jugend ein als es heutzutage der Fall ist.

 

„Damals“ wurde in der Schule gesungen, beim Wandern, zu Hause, im Chor usw.

 

Die Lieder sind mit Text und Melodie fest verankert im Langzeitgedächtnis der Betroffenen, welches bei einer Demenz erst im späteren Verlauf betroffen ist.

 

Ein Lied aus der Kindheit kann Sicherheit und Geborgenheit vermitteln (z.B. Schlaflied); Text, Melodie und Rhythmus geben den Betroffenen eine zeitliche Orientierung und Struktur, die den meisten fehlt; Menschen, die ihre Sprache verloren haben, können diese alten Lieder dennoch voll Inbrunst mitschmettern; Menschen, die schleichend immer mehr Fähigkeiten verlieren, können durch das Singen eines Liedes wieder mehr Selbstvertrauen erlangen; Erinnerungen werden geweckt, z.B. an die Situation, in der das Lied zum ersten Mal gehört wurde; das Gehirn schlägt eine Brücke vom musikalischen zum nicht-musikalischen Teil – es können zumindest für einen kurzen Zeitraum wieder Fähigkeiten eingesetzt werden, die eigentlich schon lange verlernt waren.

 

Das gemeinsame Musizieren (Improvisieren) in der Gruppe gibt Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit die Möglichkeit, mit anderen aus der Gruppe in Kontakt zu treten und/oder sich über die Musik auszudrücken.

 

Der Stresslevel bei Betroffenen, die bereits bettlägerig sind, kann mithilfe von Musiktherapie gesenkt werden. Therapieinstrumente werden auf den Körper gelegt und leicht angeschlagen; die dabei entstehenden Vibrationen breiten sich im ganzen Körper des Klienten aus.

Musiktherapie bei Demenz